PCP Droge
PCP steht für Phencyclidin – eine synthetische Substanz, die in den 1950er-Jahren als Narkosemittel entwickelt wurde und heute als illegale Droge bekannt ist. Auf der Straße wird PCP meist als Angel Dust bezeichnet. Die Droge wirkt dissoziativ, das heißt sie trennt die Wahrnehmung vom Körperempfinden und kann starke Halluzinationen, Verwirrtheit und unberechenbares Verhalten auslösen.
PCP auf einen Blick
Was ist PCP?
Phencyclidin wurde 1926 erstmals synthetisiert und ab den 1950er-Jahren von der Firma Parke-Davis unter dem Handelsnamen Sernyl als Narkosemittel eingesetzt. Schon in den 1960er-Jahren wurde die medizinische Anwendung am Menschen eingestellt, weil Patienten nach der Narkose schwere Nebenwirkungen zeigten: Halluzinationen, Delirium und extreme Erregtheit. Danach wurde PCP nur noch in der Tiermedizin verwendet – und fand seinen Weg auf den illegalen Markt.
Chemisch gehört PCP zur Gruppe der Arylcyclohexylamine. Es wirkt hauptsächlich als NMDA-Rezeptor-Antagonist und beeinflusst zusätzlich Dopamin-, Serotonin- und Sigma-Rezeptoren. Dieses breite Wirkprofil erklärt, warum die Effekte von PCP so unberechenbar und vielfältig sind – von Euphorie über Dissoziation bis zu psychotischen Zuständen.
PCP Wirkung – Was passiert im Körper?
Die Wirkung von PCP ist dosisabhängig und stark variabel. Schon kleine Mengenunterschiede können den Effekt komplett verändern, was PCP besonders gefährlich macht.
Niedrige Dosis (1–5 mg)
In niedriger Dosierung wirkt PCP ähnlich wie Alkohol: leichte Euphorie, Taubheitsgefühl in den Extremitäten, verlangsamte Reaktionen und ein Gefühl der Distanz zur Umgebung. Die Schmerzwahrnehmung ist reduziert, was zu Verletzungen führen kann, die nicht bemerkt werden.
Mittlere Dosis (5–15 mg)
In mittlerer Dosierung setzt die dissoziative Wirkung deutlich ein. Nutzer berichten von einem Gefühl, vom eigenen Körper getrennt zu sein, verzerrter Wahrnehmung von Raum und Zeit, starker Verwirrung und eingeschränkter Sprachfähigkeit. Körperlich steigen Blutdruck und Puls, die Augen zeigen einen typischen starren Blick mit schnellen, unwillkürlichen Augenbewegungen (Nystagmus).
Hohe Dosis (über 15 mg)
Hohe Dosen können zu vollständigem Realitätsverlust, extremer Agitation, Krampfanfällen und komatösen Zuständen führen. Die Schmerzunempfindlichkeit ist so stark, dass Betroffene sich schwer verletzen können, ohne es zu merken. In Kombination mit der psychotischen Wirkung kann das zu massiver Eigen- und Fremdgefährdung führen.
Angel Dust – Warum heißt PCP so?
Der Name Angel Dust (Engelsstaub) stammt aus der US-amerikanischen Drogenszene der 1970er-Jahre. Er bezieht sich auf die kristalline, weiße Pulverform, in der PCP häufig verkauft wird. In reiner Form ist Phencyclidin ein weißes, kristallines Pulver mit bitterem Geschmack. Auf der Straße wird es jedoch oft gestreckt oder mit anderen Substanzen gemischt, wodurch sich Farbe und Konsistenz verändern können.
Eine verbreitete Konsumform ist das Besprühen von Zigaretten oder Joints mit flüssigem PCP – sogenannte „Dippers" oder „Wet". Auch Cannabis wird manchmal mit PCP versetzt und dann als „Supergrass" oder „Killer Weed" verkauft, oft ohne dass der Konsument davon weiß.
Risiken und Nebenwirkungen
PCP gilt als eine der risikoreichsten Drogen überhaupt. Das liegt nicht nur an der Substanz selbst, sondern auch an den Umständen des Konsums und der extremen Unberechenbarkeit der Wirkung.
Kurzfristige Risiken
Zu den akuten Gefahren gehören Krampfanfälle, Atemstillstand, Herzrhythmusstörungen, extreme Aggressivität und selbstverletzendes Verhalten. Die Kombination aus Schmerzunempfindlichkeit und Realitätsverlust ist besonders gefährlich – Betroffene haben unter PCP-Einfluss durch Fenster gegriffen, sich Knochen gebrochen oder in den Straßenverkehr gelaufen, ohne Schmerz zu empfinden.
Langfristige Risiken
Regelmäßiger PCP-Konsum kann zu anhaltenden Gedächtnisstörungen, Sprachproblemen, Depressionen und Angststörungen führen. Besonders gravierend ist das Risiko einer substanzinduzierten Psychose – psychotische Episoden, die Tage bis Wochen nach dem Konsum anhalten und einer Schizophrenie ähneln können. Bei prädisponierten Personen kann PCP eine chronische psychotische Störung auslösen.
Abhängigkeit
PCP erzeugt eine psychische Abhängigkeit. Regelmäßige Konsumenten entwickeln eine Toleranz und berichten von Verlangen (Craving) und Entzugserscheinungen wie Angst, Reizbarkeit und Depressionen beim Absetzen.
Nachweisbarkeit von PCP
Phencyclidin wird in Standard-Drogentests erfasst und ist je nach Konsumhäufigkeit und Testverfahren unterschiedlich lange nachweisbar: Im Urin 1–7 Tage nach einmaligem Konsum, bei chronischem Gebrauch bis zu 4 Wochen. Im Blut ist PCP bis zu 24 Stunden nachweisbar, in Haaren mehrere Monate.
Ist PCP legal?
Nein. Phencyclidin ist in Deutschland nach dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) in Anlage I gelistet – als nicht verkehrsfähiger Stoff. Herstellung, Besitz, Handel und Erwerb sind strafbar. International ist PCP in praktisch allen Ländern verboten. In den USA ist es als Schedule-II-Substanz eingestuft.
PCP und Cannabinoide – gibt es einen Zusammenhang?
Chemisch und pharmakologisch haben PCP und Cannabinoide nichts miteinander zu tun. PCP ist ein synthetisches Dissoziativum, das auf NMDA-Rezeptoren wirkt. Cannabinoide wie THC, HHC oder CBD interagieren mit dem Endocannabinoid-System (CB1/CB2-Rezeptoren) – ein komplett anderer Wirkmechanismus.
Der einzige Berührungspunkt: In den USA wurde Cannabis in der Vergangenheit manchmal ohne Wissen der Käufer mit PCP versetzt. Dieses Risiko besteht bei laborgeprüften, legalen Cannabinoid-Produkten nicht. Wer auf Nummer sicher gehen will, kauft ausschließlich bei Anbietern, die unabhängige Labortests für ihre Produkte veröffentlichen.
