Eine Gravity-Bong ist ein Rauchgerät, das bewegtes Wasser statt Lungenkraft nutzt. Sie sammelt innerhalb weniger Sekunden eine große Menge Rauch in einem geschlossenen Behälter. Der Rauch wird dann in einem einzigen Zug inhaliert.
Bei einer normalen Bong zieht der Nutzer den Rauch durch Wasser, indem er einatmet. Eine Gravity-Bong funktioniert anders. Ein Behälter wird im Wasser nach oben oder unten bewegt. Dadurch entsteht Sog oder Druck. Der Sog zieht den Rauch in den Behälter, und der Wasserdruck drückt den Rauch wieder heraus. Da auf einmal viel Rauch inhaliert wird, ist die Wirkung meist deutlich stärker als bei einem Joint oder einer normalen Bong (cannazen.de).
Das System funktioniert aufgrund zweier einfacher physikalischer Effekte. Wenn ein oben und unten offener Behälter langsam aus dem Wasser gehoben wird, kann das Wasser nicht schnell genug nachfließen. Dadurch entsteht im Behälter ein Unterdruck. Der Unterdruck zieht Luft und Rauch durch das brennende Material an der Oberseite.
Wird der Behälter zurück ins Wasser gedrückt, drückt das aufsteigende Wasser den gesammelten Rauch nach oben und durch das Mundstück hinaus. Diese Mischung aus Sog und Wasserdruck ist der Grund für den Namen Gravity-Bong (Schwerkraft-Bong).
Bucket-Methode vs. Waterfall-Methode: Wie funktionieren sie?
Es gibt zwei Haupttypen von Gravity-Bongs. Der größte Unterschied liegt darin, wie der Rauch in den Behälter gezogen wird. Bei der einen Methode wird der Behälter aus dem Wasser gehoben. Bei der anderen fließt das Wasser aus dem Behälter heraus.
Bucket-Methode
Die Bucket-Methode nutzt einen oben offenen Behälter, der fast vollständig in einen Eimer mit Wasser gestellt wird. Ein Deckel mit einer kleinen Schale für das Rauchmaterial sitzt oben auf.
Wird der Behälter langsam angehoben, entsteht darin ein Unterdruck. Dieser zieht Rauch durch das brennende Material in den Behälter. Ist er mit Rauch gefüllt, wird der Deckel entfernt und der Behälter zurück ins Wasser gedrückt. Der Wasserdruck drückt den Rauch heraus, sodass er inhaliert werden kann.
Waterfall-Methode
Die Waterfall-Methode verwendet einen einzigen, größeren Behälter mit einem kleinen Loch nahe dem Boden. Der Behälter wird mit Wasser gefüllt, während das Loch abgedeckt wird. Dann wird ein Deckel mit Schale aufgesetzt und das Rauchmaterial angezündet.
Wird das Loch freigegeben, fließt das Wasser heraus. Während der Wasserspiegel sinkt, entsteht im Behälter ein Sog. Dieser zieht Rauch durch das brennende Material in den entstehenden Leerraum. Ist das Wasser abgeflossen oder hat sich genug Rauch gesammelt, wird der Deckel entfernt und der Rauch inhaliert.
Der Hauptunterschied liegt in der Anwendung. Die Bucket-Methode benötigt zwei Behälter und mehr Platz, bietet jedoch bessere Kontrolle, da die Hebegeschwindigkeit angepasst werden kann. Die Waterfall-Methode benötigt nur einen Behälter und ist schneller aufgebaut, aber das Wasser fließt in seinem eigenen Tempo ab, sodass sie schwerer zu kontrollieren ist.
Eine Gravity-Bong kaufen: Fertige Modelle
Kommerzielle Gravity-Bongs nutzen dasselbe Wasserdrucksystem wie selbstgebaute Bucket- und Waterfall-Bongs, bestehen jedoch aus Glas und Metall statt aus Plastikflaschen und Alufolie. Manche Modelle kühlen den Rauch zusätzlich, bevor er inhaliert wird.
Stündenglass
Der Stündenglass Gravity Infuser ist ein Glasgerät, das sich um 360 Grad drehen lässt. Es nutzt bewegtes Wasser und einen Luftstrom, um einen kontinuierlichen Strom aus gekühltem Rauch oder Dampf zu erzeugen, statt nur einen einzigen großen Zug zu liefern.
Es besteht aus Borosilikatglas und eloxiertem Aluminium. Es verfügt über einen 14-mm-Anschluss und kann daher auch mit anderen Rauch- oder Verdampfergeräten verwendet werden. Die Classic-Version kostet im offiziellen Shop etwa 599,95 US-Dollar.
Gravity-Hookahs
Stündenglass beschreibt sein Produkt als „gravity-powered hookah" (schwerkraftbetriebene Shisha). Auch andere Unternehmen verkaufen ähnliche rotierende oder mehrkammrige Gravity-Systeme, die dafür ausgelegt sind, dass mehrere Personen sie gemeinsam nutzen. Diese Geräte funktionieren nach demselben Wasserverdrängungsprinzip wie die Waterfall-Methode, verwenden jedoch Glaskammern statt Plastikflaschen.
Wer eine günstigere Option sucht, kann auch einfache Glas-Gravity-Bongs ohne rotierende Teile kaufen. Im Vergleich zu selbstgebauten Plastikflaschen-Varianten bieten fertige Glasmodelle drei Hauptvorteile:
- Hitzebeständiges Glas statt Plastik im Rauchweg
- Sanfterer und oft kühlerer Rauch
- Vielfache Nutzung, ohne dass das Material verschleißt
Wie man eine Gravity-Bong benutzt
Egal ob gekauft oder selbstgebaut, beide Methoden funktionieren nach demselben Grundprinzip: Sog füllt den Behälter mit Rauch, und Wasserdruck drückt den Rauch wieder heraus.
Anwendung der Bucket-Methode
- Fülle einen Eimer mit Wasser und stelle den Behälter mit aufgesetztem Deckel fast vollständig hinein.
- Zünde das Rauchmaterial an und hebe den Behälter langsam an, bis er sich mit Rauch füllt.
- Entferne den Deckel, lege den Mund über die Öffnung und drücke den Behälter langsam zurück ins Wasser, während du den Rauch inhalierst.
Anwendung der Waterfall-Methode
- Decke das seitliche Loch ab und fülle den Behälter mit Wasser.
- Setze den Deckel mit der Schale auf.
- Zünde das Rauchmaterial an und gib das Loch frei, sodass das Wasser abfließt.
- Wenn das Wasser weg ist oder genug Rauch gesammelt wurde, entferne den Deckel und inhaliere den Rauch.
Zu schnelles Vorgehen verschlechtert die Qualität des Zugs. Wird der Behälter zu schnell angehoben oder fließt das Wasser zu schnell ab, gelangt zu viel frische Luft statt Rauch hinein. Auch zu viel Rauchmaterial kann teilweise verschwendet werden, bevor der Behälter voll ist. Zu wenig Material füllt den Behälter möglicherweise nicht mit genug Rauch.
Sicherheitsinformationen und Wirkungen
Eine Gravity-Bong fühlt sich oft deutlich stärker an, weil sie eine große Menge Rauch in einem tiefen Atemzug liefert. Sie ist nicht stärker, weil sie den Rauch anders filtert (thc.guide; cannazen.de).
Eine normale Bong kühlt und filtert beim Durchströmen des Wassers möglicherweise einen Teil des Rauchs. Eine Gravity-Bong liefert den gesamten gesammelten Rauch auf einmal. Dadurch können die Effekte schneller einsetzen und stärker wirken als bei einem Joint oder einer normalen Bong.
Aufgrund dieser hohen Rauchkonzentration bestehen auch einige Risiken.
Lunge und Atemwege
Eine große Menge heißen, konzentrierten Rauchs kann die Lunge und die Atemwege stärker reizen als mehrere kleinere Züge.
Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen weist darauf hin, dass das Mischen von Cannabis mit Tabak das Risiko für Lungenerkrankungen und Krebs erhöhen kann (dhs.de).
Herz
THC kann die Herzfrequenz erhöhen. Laut der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen kann dies bestehende Herzprobleme bei manchen Menschen verschlimmern (dhs.de).
Psychische Gesundheit
Hohe Dosen können bestehende psychische Erkrankungen verschlimmern. Bei manchen Menschen können sie auch verborgene psychotische Erkrankungen auslösen (dhs.de).
Risiken selbstgebauter Konstruktionen
Wird Alufolie als Schale verwendet, ist zu beachten, dass normale Haushaltsfolie eine Beschichtung aufweisen kann. Experten sind sich über die gesundheitlichen Risiken von Dämpfen, die beim Erhitzen freigesetzt werden, nicht vollständig einig (idh-frankfurt.de). Eine hitzebeständige Schale aus Metall oder Glas ist die sicherere Wahl.
Wird eine Plastikflasche verwendet, sollten alte Flaschen oder Flaschen, die direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt waren, vermieden werden. Sie können sehr geringe Mengen unerwünschter Chemikalien freisetzen (scinexx.de). Bei beiden Gravity-Bong-Methoden erhitzt die Flamme nur die Schale, nicht die Flasche selbst. Glas-Gravity-Bongs vermeiden diese materialbedingten Bedenken.
Eine volle Gravity-Bong kann deutlich mehr THC liefern als ein normaler Zug. Anfänger sollten daher nur einen kleinen Zug nehmen, statt zu versuchen, den gesamten Rauch auf einmal zu inhalieren.
Diese Informationen ersetzen keine medizinische Beratung. Wer gesundheitliche Bedenken oder Fragen zur Dosierung hat, sollte mit einem Arzt sprechen. In Deutschland gibt es zudem anonyme Beratung über drugcom.de und die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen.
Das Wasser sollte nach jeder Session gewechselt werden, da stehendes Wasser mit organischem Material Bakterien und Schimmel begünstigen kann. Wenn mehrere Personen eine Gravity-Bong gemeinsam nutzen, sollte jede Person ein eigenes Mundstück verwenden oder es zwischen den Anwendungen reinigen, um die Verbreitung von Keimen zu verringern.
Ist eine Gravity-Bong legal?
Deutschland
In Deutschland ist der Besitz oder Kauf einer Bong oder Gravity-Bong legal. Das Gerät selbst ist nicht illegal. Das Gesetz betrifft hauptsächlich kontrollierte Substanzen, nicht das Rauchgerät (gesetze-im-internet.de).
Aus diesem Grund verkaufen viele Headshops Bongs als Zubehör für Tabak oder legale Kräuter.
Die entscheidende rechtliche Frage betrifft nicht die Gravity-Bong selbst, sondern die darin verwendete Substanz.
Seit dem 1. April 2024 dürfen Erwachsene in Deutschland legal bis zu 25 Gramm Cannabis in der Öffentlichkeit und 50 Gramm zu Hause besitzen.
Für andere Cannabinoide gelten nicht überall dieselben Regeln. Ihr rechtlicher Status hängt von verschiedenen deutschen Gesetzen ab und kann sich bei neuen Vorschriften ändern.
Vor dem Kauf eines Cannabinoid-Produkts sollte daher immer der aktuelle rechtliche Status geprüft werden.
Österreich
In Österreich werden Bongs legal in Headshops verkauft. Das Rauchgerät selbst ist legal, THC-haltiges Cannabis ist jedoch für den Freizeitgebrauch in der Regel nicht legal (legalegal.at).
Schweiz
In der Schweiz werden tabakfreie Wasserpfeifenprodukte nach dem Tabakproduktegesetz geregelt. Es gelten Werbebeschränkungen, aber es besteht kein generelles Verkaufsverbot und kein landesweites Mindestalter für das Gerät selbst. Die im Gerät verwendete Substanz muss weiterhin den Schweizer Betäubungsmittelgesetzen entsprechen (bag.admin.ch).
Stand der Informationen: Juli 2026. Die Cannabis- und Cannabinoid-Gesetzgebung in Deutschland, Österreich und der Schweiz ändert sich regelmäßig. Diese Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Bildung und stellen keine Rechtsberatung dar.

