Ghost Train Haze kommt aus Colorado. Rare Dankness hat die Sorte um 2010 entwickelt, aus zwei Elternlinien, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Ghost OG und Neville's Wreck. Was dabei entstanden ist, gehört heute zu den potentesten Sativas auf dem Markt. THC-Werte von 24 bis 28 % sind für diese Sorte normal. In Labortests wurden bis zu 31 % gemessen. 2012 gewann Ghost Train Haze den High Times Cannabis Cup in der Kategorie „Best US Sativa Concentrate". Außerhalb von Colorado war die Sorte damals kaum jemandem bekannt.
Herkunft und Genetik: Ghost OG trifft Neville's Wreck
Ghost OG ist ein OG-Kush-Phänotyp. Die Pflanze wächst kompakt, riecht erdig und harzig, und liefert THC-Werte zwischen 18 und 24 %. Leafly beschreibt sie als eine der strukturell stabileren OG-Linien. In der Kreuzung übernimmt Ghost OG vor allem eine Aufgabe: die Pflanze beherrschbarer zu machen. Ohne diesen Elternteil wäre Ghost Train Haze im Anbau noch schwieriger als sie ohnehin ist.
Neville's Wreck steht für das Gegenteil. Sie stammt aus Neville's Haze und Trainwreck, zwei Linien mit Wurzeln in Sativa-Landraces aus Mexiko, Thailand und Kolumbien. Langer Wuchs, sehr lange Blütezeit, ein klares frisches Terpinolen-Aroma. Diese Linie ist der Grund, warum Ghost Train Haze trotz OG-Anteils so ausgeprägt sativoid wirkt und wächst.
Rare Dankness hat bei der Selektion auf zwei Dinge geachtet: maximalen THC-Gehalt und ein ausgeprägtes Terpinolen-Profil. Das Ergebnis ist eine Pflanze, die strukturell handhabbarer ist als reines Haze, das zerebrale Sativa-Profil aber nicht preisgibt.
THC-Gehalt, Terpene und Aroma
Der THC-Gehalt liegt laut Leafly typischerweise zwischen 20 und 27 %. Bei optimierten Indoor-Grows wurden bis zu 31 % dokumentiert. AllBud nennt 24 bis 28 % als Durchschnittswert und führt Ghost Train Haze damit unter den stärksten Sativa-Hybriden. CBD liegt konstant unter 0,1 %. Ein moderierender Effekt durch CBD ist bei dieser Sorte nicht vorhanden.
Das Aroma kommt vor allem vom Terpinolen. Frisch, leicht blumig, mit einer harzigen Note im Hintergrund. Leafly beschreibt Terpinolen als das Terpen, das in vielen Haze-Linien dominiert und für genau diesen charakteristischen Geruch verantwortlich ist. Dazu kommen Ocimen, das einen süßlichen, leicht holzigen Ton beisteuert, und Myrcen, das die erdige Basis legt. In manchen Phänotypen tritt außerdem Limonen auf.
Wirkung einer Sativa mit sehr hohem THC-Gehalt
Nutzer berichten auf Leafly hauptsächlich von einer zerebralen, aufhellenden Wirkung. Der Onset ist schnell. Die Effekte halten etwa zwei bis drei Stunden an.
Wegen des sehr hohen THC-Gehalts ist Ghost Train Haze für unerfahrene Konsumenten nicht geeignet. Bei hoher Einzeldosis oder individueller Empfindlichkeit können Paranoia, Herzrasen, Schwindel und Mundtrockenheit auftreten. Laut NIDA steigt das Risiko unerwünschter psychischer Effekte direkt mit dem THC-Gehalt. Laut drugcom.de sollten hochpotente Cannabissorten generell gemieden werden. Wer eine persönliche oder familiäre Vorgeschichte psychotischer Erkrankungen hat, sollte THC-reiche Sorten wie diese nicht konsumieren.
Dies ersetzt keine ärztliche Beratung.
Anbau: 10 bis 11 Wochen Blütezeit, Indoor und Outdoor
Ghost Train Haze braucht 70 bis 80 Tage Blütezeit. Das sind 10 bis 11 Wochen. Für eine Sativa mit Haze-Genetik ist das wenig überraschend, im Vergleich zu kürzeren Hybriden aber ein echter Faktor bei der Planung.
Indoor wächst die Pflanze ohne Training auf über 200 cm. Sie hat einen hohen Nährstoffbedarf und reagiert empfindlich auf Fehler bei der Bewässerung. Die Endbuds sind dicht. Ohne gute Luftzirkulation entsteht schnell Botrytis. Wer weiß, was er tut, holt 400 bis 550 g/m² heraus. SOG, SCROG oder LST-Training sind bei dieser Sorte keine Option, sondern Notwendigkeit.
Outdoor funktioniert Ghost Train Haze nur in Regionen mit langen, warmen Sommern. In Deutschland liegt die Erntezeit frühestens Mitte Oktober bis Anfang November. Zu diesem Zeitpunkt ist das Schimmelrisiko in den meisten Regionen bereits real.
Wer den Aufwand scheut, findet bei Anbietern wie Zamnesia eine Autoflowering-Version. Sie blüht lichtunabhängig in etwa 70 bis 75 Tagen ab Keimung, bleibt kleiner und ist im Anbau deutlich unkomplizierter. Dafür liegt der THC-Gehalt in der Regel 3 bis 5 % unter dem der photoperiodischen Originalsorte.
Pedanios 22/1: Ghost Train Haze als medizinisches Cannabis
In Deutschland ist Ghost Train Haze unter dem Handelsnamen Pedanios 22/1 als verschreibungsfähiges Medizinalcannabis erhältlich. Die Bezeichnung „22/1" steht für das THC:CBD-Verhältnis: etwa 22 % THC, etwa 1 % CBD. Ähnliche Produkte führen Vayamed und Cannamedical.
Verschrieben wird ausschließlich durch Ärzte. Es gilt das Betäubungsmittelgesetz. Fragen zu Indikationen, Dosierung und Wechselwirkungen gehören in ein ärztliches Gespräch. Das BfArM ist die zuständige Behörde für Medizinalcannabis in Deutschland und veröffentlicht aktuelle Informationen zu zugelassenen Produkten.
Dies ersetzt keine ärztliche Beratung. Fragen zur medizinischen Anwendung bitte ausschließlich mit einem Arzt besprechen.
High Times Cannabis Cup 2012
2012 gewann Ghost Train Haze den High Times Cannabis Cup in der Kategorie „Best US Sativa Concentrate". Die Sorte war zu diesem Zeitpunkt noch weitgehend auf Colorado beschränkt. Der Award änderte das. In den Jahren danach tauchte Ghost Train Haze regelmäßig in Bestenlisten für Sativa-Sorten auf und machte Rare Dankness über die USA hinaus bekannt.
Ghost Train Haze ist seit über 15 Jahren eine feste Größe unter den Sativa-dominierten Cannabissorten. Die Kreuzung aus Ghost OG und Neville's Wreck, entwickelt von Rare Dankness um 2010, liefert ein klares sativoides Profil bei THC-Werten von 24 bis 28 % und einem Terpinolen-geprägten Aroma. Der Anbau ist mit 10 bis 11 Wochen Blütezeit aufwendig und setzt Erfahrung voraus. In Deutschland ist die Sorte als Pedanios 22/1 auf ärztliche Verschreibung erhältlich. Wegen des sehr hohen THC-Gehalts ist Ghost Train Haze nichts für Einsteiger.

