Dr Ansay: Cannabis-Rezept online beantragen, Ablauf & Erfahrungen
Ein Cannabis-Rezept online beantragen ist in Deutschland seit der Gesetzreform vom 1. April 2024 über mehrere Telemedizin-Plattformen möglich. Patienten füllen einen medizinischen Fragebogen aus, ein approbierter Arzt prüft den Fall digital, und das Rezept wird direkt an eine Partnerapotheke übermittelt. Dr Ansay ist einer der bekanntesten Anbieter dieses Modells in Deutschland. Auf dieser Seite erklären wir, wie der Ablauf bei Dr Ansay funktioniert, welche Voraussetzungen gelten, was ein Rezept kostet, ob die Krankenkasse zahlt und wie Dr Ansay im Vergleich zu anderen Anbietern abschneidet.
Cannabis-Rezept online: Was steckt dahinter?
Seit dem Inkrafttreten des Medizinal-Cannabisgesetzes (MedCanG) am 1. April 2024 können approbierte Ärzte Cannabisarzneimittel auf einem regulären Arzneimittelrezept verschreiben, ohne die früher nötige Einzelfallgenehmigung beim BfArM. Diese Vereinfachung hat den Markt für telemedizinische Cannabis-Plattformen stark wachsen lassen.
Das Grundprinzip ist bei allen Anbietern ähnlich: Patient füllt einen Fragebogen aus, Arzt prüft digital, Rezept geht an eine Apotheke. Die Unterschiede liegen in den Kosten, der Bearbeitungszeit, der Produktauswahl und dem Umfang der ärztlichen Begleitung. Wer ein Cannabis-Rezept über die Telemedizin beantragen möchte, sollte diese Faktoren vergleichen, bevor er sich für einen Anbieter entscheidet.
Was ist Dr Ansay?
Dr Ansay (dransay.com) ist eine digitale Plattform, die drei Funktionen bündelt: einen Marktplatz für Cannabis-Arzneimittel aus über 350 Apotheken, einen fragebogenbasierten Zugang zu approbierten Ärzten und die elektronische Übermittlung von Rezepten direkt an Partnerapotheken. Die Ärzte sind selbstständig tätig und stellen Rezepte nur dann aus, wenn nach ihrer Einzelfallprüfung eine medizinische Indikation vorliegt.
Dr Ansay ist weder Apotheke noch Arztpraxis. Die Plattform stellt keinen Kauf von Cannabis-Produkten dar. Der Kauf erfolgt ausschließlich über die jeweilige Partnerapotheke nach Rezeptausstellung.
Ist Dr Ansay legal?
Ja, Dr Ansay operiert auf Basis des Medizinal-Cannabisgesetzes (MedCanG), das seit dem 1. April 2024 in Kraft ist. Die Plattform vermittelt ausschließlich approbierte Ärzte, die Privatrezepte ausstellen dürfen. Rezepte werden an zugelassene deutsche Partnerapotheken übermittelt. Das Geschäftsmodell ist in Deutschland rechtlich zulässig.
Schritt für Schritt: So läuft das Verfahren bei Dr Ansay ab
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Produkt auswählen
Auf dem Marktplatz stehen laut eigener Angabe über 1.400 Cannabis-Blüten von mehr als 350 Apotheken zur Auswahl, ab 2,99 Euro pro Gramm. Patienten können bis zu drei Sorten in eine Anfrage aufnehmen. Die Auswahl erfolgt vor der ärztlichen Prüfung, damit der Arzt das Rezept direkt auf das gewählte Produkt ausstellen kann. -
Medizinischen Fragebogen ausfüllen
Patienten geben ihre Symptome, Vorerkrankungen, aktuelle Medikation und relevante Krankengeschichte an. Die Plattform übermittelt diese Angaben an einen approbierten Arzt. Dieser kann Rückfragen stellen oder ein persönliches Gespräch verlangen, wenn die Telemedizin für den Fall nicht ausreicht. -
Ärztliche Prüfung
Ein Arzt prüft den Fragebogen, laut Plattform in der Regel innerhalb von 5 bis 90 Minuten. Er entscheidet selbstständig, ob eine Verschreibung im vorliegenden Fall medizinisch vertretbar ist. Ein Anspruch auf Ausstellung des Rezepts besteht nicht. Bei Ablehnung wird die Rezeptgebühr zurückerstattet. -
Rezeptübermittlung an die Apotheke
Bei positivem Entscheid sendet die Plattform das Rezept elektronisch an die gewählte Partnerapotheke. Die Apotheke schickt anschließend eine separate Rechnung für das Produkt. Nach Bezahlung wird das Cannabis laut Plattform innerhalb von 2 bis 4 Tagen geliefert oder steht zur Abholung bereit. -
Folgerezepte
Folgerezepte können über dieselbe Plattform beantragt werden, sobald die vorherige Menge aufgebraucht ist. Die gesetzliche Maximalmenge liegt bei 100 Gramm pro Monat (§ 1 Abs. 1 BtMVV).
Voraussetzungen: Wer kann ein Cannabis-Rezept erhalten?
Medizinisches Cannabis ist verschreibungspflichtig. Laut BfArM dürfen grundsätzlich alle approbierten Ärzte Cannabisarzneimittel auf einem regulären Rezept verschreiben. Zahnärzte und Tierärzte sind davon ausgenommen. Die Bundesärztekammer weist darauf hin, dass für die Verschreibung von Cannabisblüten keine ausreichende wissenschaftliche Evidenzlage vorliegt und empfiehlt standardisierte Fertig- oder Rezepturarzneimittel. Die Verschreibung setzt eine medizinische Indikation im Einzelfall voraus.
Häufig genannte Indikationen, bei denen Patienten laut Plattform ein Rezept beantragen:
- Chronische Schmerzzustände
- Schlafstörungen
- Spastiken, zum Beispiel bei Multipler Sklerose
- Übelkeit und Appetitlosigkeit im Kontext von Chemotherapie
- ADHS, in Einzelfällen und nach Ausschluss anderer Therapieoptionen
Die endgültige Entscheidung trifft ausschließlich der behandelnde Arzt. Bei komplexen psychiatrischen Erkrankungen, unklarer Diagnose oder wenn der Arzt eine engmaschigere Begleitung für notwendig hält, kann er auf eine persönliche Konsultation bestehen oder das Rezept verweigern. Telemedizin eignet sich nach Einschätzung von Fachärzten nicht für alle Patientengruppen.
Patienten, die ein Cannabis-Rezept über die Telemedizin beantragen möchten, sollten vorab ihren Hausarzt konsultieren, sofern eine Vorerkrankung oder laufende Medikation vorliegt.
Kosten: Was kostet ein Rezept bei Dr Ansay?
Die Rezeptgebühr liegt laut Plattform bei ab 14,20 Euro. Dieser Betrag deckt die ärztliche Prüfung ab. Zusätzlich fallen die Produktkosten der Apotheke an. Die aktuellen Preise sind direkt auf dransay.com einsehbar, da sich Gebühren ändern können.
| Posten | Betrag (ca.) |
|---|---|
| Rezeptgebühr | ab 14,20 Euro |
| Cannabis-Blüten (Apotheke) | ab 2,99 Euro pro Gramm |
| Versandkosten (Apotheke) | variiert je Apotheke |
Bei Ablehnung des Rezepts durch den Arzt wird die Rezeptgebühr laut Plattform erstattet.
Erstattung durch die gesetzliche Krankenversicherung
Seit dem 1. April 2024 ist medizinisches Cannabis grundsätzlich als GKV-Leistung möglich. Vor der ersten Verschreibung zu Lasten der Krankenkasse muss ein Antrag auf Kostenübernahme bei der zuständigen Kasse gestellt werden. Dr Ansay ist eine Privatrezept-Plattform. Rezepte werden als Privatrezepte ausgestellt. Eine direkte Abrechnung mit der GKV über die Plattform ist nicht vorgesehen. Patienten, die eine Kassenerstattung anstreben, sollten sich vorab an ihre Krankenkasse und ihren Hausarzt wenden.
Dr Ansay im Vergleich mit anderen Anbietern
Neben Dr Ansay gibt es in Deutschland mehrere Telemedizin-Anbieter für medizinisches Cannabis. Ein sachlicher Vergleich der wichtigsten Plattformen (Quellen: Can-Doc, CannaCheck):
| Anbieter | Rezeptgebühr | Videogespräch | Trustpilot |
|---|---|---|---|
| Dr Ansay | ab 14,20 Euro | optional | 4,7 / 5 |
| Bloomwell* | ab 25,22 Euro | optional | 4,6 / 5 |
| Telecan (Cantourage-Tochter) | ab 35 Euro | ja | 4,0 / 5 |
| CanDoc | ab 10 Euro | nein | 4,52 / 5 |
* Bloomwell entstand im Juni 2024 aus der Fusion von Algea Care und Grüne Brise. Preisangaben für alle Anbieter ohne Gewähr, Stand: Mai 2025.
- Jiroo ist primär eine Versandapotheke für medizinisches Cannabis, kein eigenständiger Telemedizin-Anbieter. Jiroo kooperiert mit verschiedenen Telemedizin-Plattformen, über die Patienten ein Rezept einholen können.
- Bloomwell setzt auf umfangreichere Patientenbegleitung über eine App. Die Rezeptgebühren sind höher, dafür wird laut Anbieter ein strukturiertes Behandlungsprogramm angeboten.
- Telecan ist ein Tochterunternehmen von Cantourage, einem der größten europäischen Medizinalcannabis-Hersteller. Der höhere Erstrezeptpreis schließt eine ärztliche Konsultation ein.
- CanDoc arbeitet ohne Marktplatz-Funktion und übermittelt Rezepte direkt an beliebige Apotheken.
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Rechtliche Entwicklung: Geplante Änderungen für Telemedizin-Plattformen
Das Bundeskabinett hat am 8. Oktober 2025 einen Gesetzentwurf zur Änderung des Medizinal-Cannabisgesetzes beschlossen. Der Entwurf sieht vor, dass Erstrezepte für Cannabisblüten künftig einen persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt voraussetzen, Folgerezepte mindestens einmal jährlich an ein persönliches Gespräch geknüpft sein müssen und der Versandhandel mit Cannabisblüten verboten wird. Apothekenlieferdienste wären vom Versandverbot ausgenommen.
Die Bundesärztekammer begrüßt die geplanten Verschärfungen. Im Bundestag ist die Abstimmung über den Entwurf bisher nicht erfolgt; ein Inkrafttreten vor Sommer 2026 gilt als unwahrscheinlich. Den aktuellen Status verfolgt das MedCanG-Radar von Jiroo laufend. Patienten sollten den Gesetzgebungsstand prüfen, bevor sie einen Telemedizin-Dienst für ein Erstrezept nutzen.
Erfahrungen und Bewertungen
Auf Trustpilot verzeichnet Dr Ansay über 2.200 Bewertungen mit einem Durchschnitt von 4,7 von 5 Sternen (Stand: Mai 2026). Positiv bewertet werden häufig die Bearbeitungsgeschwindigkeit, die Produktauswahl und der Kundendienst. Kritik richtet sich wiederkehrend gegen Verzögerungen bei der Apothekenübermittlung und Erreichbarkeit des Supports. Eine Auswahl von Bewertungen:
"Quick, simple and efficient. My go to service for medical cannabis. Excellent customer service as well."
"I've been here for almost half a year now, the service has always been great, very helpful and even if sometimes you're the one that makes a mistake, they take it lightly and understand [...]"
"Alles top!!!! Einfach zu bestellen, beste Auswahl und soo schnell alles erledigt... One of the best customer services i have ever experienced."
"The last order didn't go so well. [...] It's now over a month and still no answer or response from the pharmacy. Dr Ansay, who also have been involved now for over 3 weeks, hasn't gotten a response either. The lack of control by Dr Ansay over their pharmacies means I will be going elsewhere."
"I am deeply disappointed with Dr Ansay due to their amateurish handling of sensitive data and the service's generally dubious impression. According to Dr Ansay's blog post on their own website, they suffered an IT security breach where personal patient information (such as medication, name, and address) leaked to search engines."
Alle Bewertungen und der aktuelle Gesamtdurchschnitt sind direkt auf der Trustpilot-Seite von Dr Ansay einsehbar.
Datenschutz: Zwei dokumentierte Sicherheitsvorfälle
2024: Rund 10.000 Rezept-PDFs wurden durch einen technischen Fehler zeitweise über die Suchmaschinen Bing und DuckDuckGo auffindbar.
8. Januar 2026: Laut einem Bericht auf Jurawelt.com ermöglichte eine Datenbank-Fehlkonfiguration den Zugriff auf rund 1,7 Millionen Rezeptdatensätze, darunter Namen, Adressen, Medikamenteninformationen und Angaben zu verschreibenden Ärzten. Das Unternehmen gibt an, die Schwachstelle innerhalb weniger Stunden nach verantwortungsvoller Meldung geschlossen zu haben.
Da es sich bei Rezept- und Gesundheitsdaten um besonders sensible personenbezogene Daten im Sinne der DSGVO handelt, ist der Datenschutzaspekt bei der Wahl einer Telemedizin-Plattform ein relevanter Entscheidungsfaktor. Patienten sollten die aktuellen Datenschutzerklärungen der jeweiligen Anbieter prüfen.
Cannabis-Blüten ohne Rezept
Neben verschreibungspflichtigen Cannabisarzneimitteln gibt es in Deutschland legal erhältliche Hanfblüten auf Basis von HHC und anderen Cannabinoiden, die ohne Rezept bezogen werden können. HHCFriends führt eine breite Auswahl solcher Blüten aus geprüften Quellen.
Cannabis Blüten ansehenFAQs
Ist Dr. Ansay legal in Deutschland?
Ist Dr. Ansay legal in Deutschland?
Wie funktioniert Dr. Ansay?
Wie funktioniert Dr. Ansay?
Brauche ich ein Videogespräch bei Dr. Ansay?
Brauche ich ein Videogespräch bei Dr. Ansay?
Zahlt die Krankenkasse das Rezept?
Zahlt die Krankenkasse das Rezept?
Was passiert, wenn der Arzt das Rezept ablehnt?
Was passiert, wenn der Arzt das Rezept ablehnt?
Wie viel Cannabis kann ich monatlich bestellen?
Wie viel Cannabis kann ich monatlich bestellen?
Ist Dr. Ansay seriös?
Ist Dr. Ansay seriös?
Wie oft kann man bei Dr. Ansay bestellen?
Wie oft kann man bei Dr. Ansay bestellen?
Wie lange dauert die Lieferung?
Wie lange dauert die Lieferung?
Gibt es einen Rabattcode für Dr. Ansay?
Gibt es einen Rabattcode für Dr. Ansay?
Bietet Dr. Ansay auch digitale Krankschreibungen an?
Bietet Dr. Ansay auch digitale Krankschreibungen an?
Was ist mit dem Datenleck bei Dr. Ansay?
Was ist mit dem Datenleck bei Dr. Ansay?

Pablo Vega schreibt für HHCFriends über Cannabis, neue Cannabinoide und den deutschen Hanfmarkt. Sein Anspruch: jeden Artikel so aufbereiten, dass Leser eine konkrete Frage beantwortet bekommen, ohne sich durch Marketing-Floskeln arbeiten zu müssen.
Wie Pablo arbeitet
Vor jedem Artikel steht Recherche. Pablo wertet aktuelle Studien aus PubMed und Fachjournalen aus, prüft die rechtliche Lage gegen aktuelle deutsche Gesetzgebung und EU-Verordnungen, und gleicht Wirkaussagen mit den Lab-Reports der Produkte ab, über die er schreibt.
Worauf sich Leser verlassen können
Alle redaktionellen Artikel auf HHCFriends folgen festen Standards für Quellen, Fact-Checking und Updates.
Pablo ist kein Arzt und kein Apotheker. Artikel auf HHCFriends ersetzen keine medizinische Beratung. Wer Cannabinoide aus gesundheitlichen Gründen konsumieren möchte, sollte das vorher ärztlich abklären.
