Gelato Strain: Sortenprofil der Cookies-Hybride

Cookie Fam Genetics hat 2014 in San Francisco Sunset Sherbet mit Thin Mint Girl Scout Cookies gekreuzt. Das Ergebnis ist Gelato: eine Hybride aus zwei GSC-Linien, bekannt für ihr süß-cremiges, fruchtiges Aroma und einen THC-Gehalt von 20 bis 25 % je nach Phänotyp. Von den damals selektierten Varianten sind heute vor allem drei im Umlauf: #33 (Larry Bird), #41 (Bacio Gelato) und #45.

Gelato Strain

Genetik: Sunset Sherbet × Thin Mint Girl Scout Cookies

Cookie Fam Genetics hat in den 2010er-Jahren mehr prägende Sorten auf den Markt gebracht als fast jede andere Züchtergruppe. Girl Scout Cookies, Wedding Cake, Runtz und eben Gelato. Das Netzwerk aus der San Francisco Bay Area arbeitet eng mit Berner (Gilbert Anthony Milam Jr.) zusammen, dem Rapper und Unternehmer hinter der Marke Cookies, die heute eigene Dispensaries in mehreren US-Bundesstaaten betreibt.

Für Gelato wurden zwei Sorten aus der eigenen Linie gekreuzt: Sunset Sherbet, selbst eine Kreuzung aus GSC und Pink Panties, und Thin Mint Girl Scout Cookies, einem der bekanntesten GSC-Phänotypen des Netzwerks. Der THC-Gehalt liegt bei Sunset Sherbet typischerweise bei 19–21 %.

Kein Zufall also, dass Gelato so stark nach Cookies riecht. Beide Elternteile kommen aus der GSC-Linie, was sich in der Potenz und den dichten Knospen genauso niederschlägt wie im Aroma. Das Indica-zu-Sativa-Verhältnis gibt AllBud mit 55% Indica / 45% Sativa an und klassifiziert die Sorte als ausgewogene Hybride.

Nach Kalifornien dauerte es nicht lange. Nutzerberichte auf Leafly und Weedmaps, Erwähnungen in der Musikszene: Gelato war schnell überall. Heute zählt die Sorte mit über 2.500 Bewertungen auf Leafly (Stand: Mai 2025) zu den meistbewerteten Cannabis-Sorten der Plattform. Den Phänotyp Gelato 41 haben wir separat dokumentiert.

THC-Gehalt und Terpenprofil

21 % THC nennt Leafly als Durchschnittswert, AllBud 20 % als Untergrenze. Wer #41 indoor anbaut und die Bedingungen optimiert, kommt in US-Dispensary-Tests auch über 25 %. CBD unter 1 %, spielt keine praktische Rolle. Alle diese Zahlen sind Richtwerte. Je nach Anbausystem, Erntezeitpunkt und Labor weichen die Messwerte ab.

Beta-Caryophyllen und Limonen sind in allen Phänotypen nachweisbar. Das dritte Terpen variiert: Myrcen bei #33 und #41, Humulen bei #45 und der Basissorte.

Beta-Caryophyllen gibt Gelato die pfeffrige, würzige Grundnote. Das Terpen kennt man auch aus schwarzem Pfeffer und Nelken. In der Forschung ist es ein Sonderfall: Als einziges bekanntes Terpen bindet es direkt an CB2-Rezeptoren des Endocannabinoidsystems, wie Gertsch et al. 2008 in PNAS gezeigt haben (PubMed PMID 18574142). Was das beim Konsum konkret bedeutet, bleibt offen.

Limonen ist für die Zitrusnote zuständig. Tierstudien zeigen anxiolytische Hinweise, auf den Menschen direkt übertragbar ist das nicht. Bei #33 und #41 ist das dritte Terpen Myrcen: erdig, leicht moschusartig, das häufigste Terpen in Cannabis überhaupt. Bei #45 ist es Humulen, das man aus dem Hopfen kennt und das das Profil trockener und herber macht als Myrcen.

Terpenprofile nach Laborangaben auf Leavly. Die Wirkung einzelner Terpene beim Cannabiskonsum ist wissenschaftlich nicht abschließend geklärt. Dies ersetzt keine ärztliche Beratung.

Gelato Wirkung und Aroma

Wer wissen will, wie sich Gelato anfühlt, findet auf Leafly und AllBud über 2.500 Nutzerbewertungen. Einheitlich ist das Bild dort nicht. Die Berichte reichen von gehobener Stimmung und körperlicher Entspannung bis zu veränderter Wahrnehmung. Manche beschreiben auch unerwünschte Empfindungen: Mundtrockenheit, trockene Augen, bei höheren Dosen gelegentlich Unwohlsein. Subjektiv, individuell, nicht verallgemeinerbar.

Dies ersetzt keine ärztliche Beratung. Personen mit Vorerkrankungen sollten vor dem Konsum medizinischen Rat einholen.

Dass Gelato so eine treue Fangemeinde hat, liegt nicht zuletzt am Geruch. Frisch getrocknete Blüten riechen süß-cremig, deutlich nach Beeren und Erdbeere. Beim Öffnen schiebt Limonen eine frische Zitrusnote nach vorne, Beta-Caryophyllen hält die erdige Basis darunter. Im Geschmack: dessertartig, cremig, fruchtig, mit etwas Würze im Abgang. Den Namen hat die Sorte nicht zufällig.

Die Blüten sehen aus, wie man sich Cannabis vorstellt: dicht, tiefgrün bis violett, orangefarbene Pistillen, reichlich Trichome. Die violette Färbung kommt durch Anthocyanproduktion. Nachttemperaturen unter 18 °C in der Spätblüte verstärken das.

Gelato Strain Anbau

Anbau von Gelato

Blütezeit 8 bis 9 Wochen indoor, draußen in wärmeren Lagen Ernte im Oktober. Schwierigkeitsgrad ist mittel. Für Einsteiger ist Gelato wegen der anfälligen Knospenstruktur weniger geeignet.

Das eigentliche Problem ist Schimmel. Die Knospen sind kompakt und dicht; Botrytis entwickelt sich bei schlechter Belüftung oder zu hoher Luftfeuchtigkeit schnell. 40–50 % rF in der Blüte, regelmäßiges Lollipopping, genug Abstand zwischen den Pflanzen: keine Optionen, sondern Grundvoraussetzungen.

  • Licht: Hohe Lichtstärken zahlen sich aus. 800–1.000 µmol/m²/s bei LED in der Blüte als Richtwert. SCROG eignet sich gut für den buschigen Wuchs.
  • Temperatur: 22–26 °C tagsüber, 18–20 °C nachts. Wer die violette Blütenfärbung will: unter 18 °C in der Nacht während der Spätblüte.
  • Substrat: Funktioniert in Erde und Hydro. In Hydro höhere Erträge, mehr Aufwand.
  • Training: LST oder moderates Topping verbessert die Knospenentwicklung. Aggressives Defoliation in der Spätblüte mit Vorsicht.
  • Ertrag: Zu variabel für pauschale Zahlen. Anbauberichte sprechen von mittel bis gut.

Gelato Phänotypen: #33, #41 und #45

Aus der ursprünglichen Cookie Fam-Selektion sind vor allem drei Phänotypen übriggeblieben, die heute eigenständig vermarktet und gehandelt werden.

Gelato 33 Strain (Larry Bird)

Den Spitznamen Larry Bird hat dieser Phänotyp vom gleichnamigen Basketball-Profi der Boston Celtics, dessen Trikotnummer ebenfalls 33 war. Er gilt vielen als Standardreferenz, wenn von „Gelato" ohne Phänotyp-Nummer die Rede ist, und hat die breiteste kommerzielle Verfügbarkeit der drei.

Leafly gibt den THC-Gehalt mit 20 % an, Leitterpene sind Caryophyllen, Limonen und Myrcen. Das Aroma ist intensiv süß-erdig mit ausgeprägter Beerennote; optisch zeigen die Blüten violette bis blaue Töne. Zahlreiche Samenbanken bieten #33 als Feminized- oder Auto-Variante an. In Europa ist er der zugänglichste der drei Phänotypen.

Gelato 41 Strain (Bacio Gelato)

Bacio bedeutet auf Italienisch Kuss. Gelato #41 gilt als der potenteste Phänotyp der Familie: Leafly nennt 21 % THC, in US-Dispensary-Tests liegen die Messwerte regelmäßig über 25 %. Leitterpene sind Caryophyllen, Limonen und Myrcen, das Aroma ist intensiver und cremiger als bei #33, mit starkem Erdbeer- und Vanilleton.

In Nordamerika ist Gelato #41 der kommerziell erfolgreichste Phänotyp der Familie, in Dispensary-Katalogen aus Kalifornien und Colorado allgegenwärtig. Samenbank-Versionen gibt es, die Phänotyp-Treue variiert aber je nach Anbieter.

Gelato 45 Strain

Gelato #45 ist der seltenste der drei und in europäischen Samenbanken kaum zu finden. Er wird meist nur über Stecklinge weitergegeben, was die Verbreitung begrenzt.

Was ihn aromatisch unterscheidet: Statt Myrcen trägt er Humulen als drittes Terpen, das auch in Hopfen vorkommt. Das Ergebnis ist ein trockeneres, weniger süßes Profil, erdiger und herber als #33 oder #41. THC-Wert laut Leafly: 19 %. Blütezeit und Grundwirkung entsprechen den anderen Phänotypen.

 

[[123456789]]

FAQs

Our customer support is available Monday to Friday: 8am-8:30pm.Average answer time: 24h

Redakteur und Recherche-Autor bei HHCFriends

Pablo Vega schreibt für HHCFriends über Cannabis, neue Cannabinoide und den deutschen Hanfmarkt. Sein Anspruch: jeden Artikel so aufbereiten, dass Leser eine konkrete Frage beantwortet bekommen, ohne sich durch Marketing-Floskeln arbeiten zu müssen.

Wie Pablo arbeitet

Vor jedem Artikel steht Recherche. Pablo wertet aktuelle Studien aus PubMed und Fachjournalen aus, prüft die rechtliche Lage gegen aktuelle deutsche Gesetzgebung und EU-Verordnungen, und gleicht Wirkaussagen mit den Lab-Reports der Produkte ab, über die er schreibt.

Worauf sich Leser verlassen können

Alle redaktionellen Artikel auf HHCFriends folgen festen Standards für Quellen, Fact-Checking und Updates.

Pablo ist kein Arzt und kein Apotheker. Artikel auf HHCFriends ersetzen keine medizinische Beratung. Wer Cannabinoide aus gesundheitlichen Gründen konsumieren möchte, sollte das vorher ärztlich abklären.